Der Ort Magdeborn
Das verschwundene Dorf
Magdeborn ist ein Ort mit einer Geschichte, die sich bis ins Jahr 969 zurückverfolgen lässt. Zum Ort gehörten mehrere Ortsteile, darunter Gruna, Göhren und Tanzberg.
Im Zusammenhang mit der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 war Magdeborn Aufstellungsgebiet der verbündeten Truppen vor den Kämpfen am 14. und 16. Oktober. In Gruna war der preußische König Friedrich Wilhelm III. einquartiert. Er fuhr täglich zu den Lagebesprechungen ins Schloss nach Rötha. Dort wohnten auch der russische Zar Alexander I. und der österreichische Kaiser Franz I. Die drei Monarchen beobachteten am 16. Oktober die Kämpfe bei Güldengossa vom Wachtberg nördlich von Göhren aus.
Mit dem Ausbau des Tagebaus Espenhain und der Entwicklung des Baufeldes Ost wurde die Umsiedlung Magdeborns notwendig. Zwischen 1977 und 1980 wurden rund 3.200 Einwohner umgesiedelt. Dies war die größte Umsiedlung der DDR im Zusammenhang mit dem Braunkohleabbau. Magdeborn war Teil der insgesamt 14 Orte, die dem Tagebau Espenhain weichen mussten. Insgesamt verloren dabei etwa 8.700 Menschen ihre Heimat.
Nach dem Ende des Tagebaus wurde das Gebiet ab 1993 rekultiviert und ab 2003 geflutet. So entstand der heutige Störmthaler See. Dort, wo sich früher Magdeborn befand, erstreckt sich heute Wasserfläche.
Die VINETA auf dem Störmthaler See erinnert als künstlerische Interpretation der ehemaligen Magdeborner Kirche an den Ort. Auf dem Ponton der VINETA sind Markierungen eingelassen, die auf die ehemaligen Dörfer hinweisen und deren Richtung und Entfernung anzeigen.

